Achtsamkeit – nur durch (MBSR-) Kurse?!

Achtsamkeit

– vielleicht ein Modebegriff auf dem ‚Psycho-Markt‘ – wird unter anderem in MBSR-Kursen verkauft (MBSR = Mindfulness Based Stress Reduction).

Achtsamkeit als „urteilsfreies Wahrnehmen, dessen was gerade ‚da ist‘ – Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen“ ist natürlich eine Fähigkeit, die keine starren Grenzen hat, bildlich: unendlich wie der Raum, der Sie umgibt.
Folglich müssen Sie sich auch nicht erst 30 Minuten hinsetzten, um Ihren Atem oder Ihren Körper zu spüren. Wenn Sie jetzt gerade wahrnehmen, wie z.B. Ihr Fuß den Boden berührt oder dass Sie gerade diese Buchstaben lesen – und das kurz registrieren mit einem „Aha- jetzt nehme ich XY wahr“ ist das bereits Achtsamkeit, oder was soll es sonst sein?!

Durch regelmäßiges Üben, kann man – wie bei Allem, was man übt, um es zu verfeinern – sich natürlich mehrere Minuten dafür Zeit nehmen, manche machen dies sogar mehrere Stunden oder gar Tage.

Zwischendurch ein bis zwei Atemzüge nutzen und wahrnehmen, was Sie spüren, hören, sehen, riechen, schmecken, ist dabei nicht weniger achtsam-sein als dies über einen längeren Zeitraum zu versuchen.

Der Unterschied – im besten Fall – in der ‚Menge‘ oder ‚Tiefe‘ (Feinheiten) liegen, was Sie dann wahrnehmen, aber Wahrnehmen bleibt Wahrnehmen bleibt Wahrnehmen….

Warum Selbsthilfe (alleine) scheitern MUSS – oder das Münchhausen-Phänomen | Co-Coaching | Companionship

Warum Selbsthilfe (alleine) scheitern MUSS – oder das Münchhausen-Phänomen

“Selbsthilfe (alleine)” ist ein Versuch ohne (menschliche) Hilfe von ‘Außen’, Probleme zu lösen, die i.d.R. etwas mit “Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben oder der eigenen Person” zu tun haben.

Aber die Aussage, die im Wort “Selbsthilfe” steckt ist etwas “ICH helfe MIR SELBST”. Da gibt es also ein Subjekt (das “Ich”), das einem Objekt (das “Mir” bzw. “das Selbst”) helfen will. Aus soma-linguistischer1 Sicht, ist dafür also eine “Spaltung” der eignen Person nötig, genauso wie in der Geschichte des Lügenbarons  Münchhausen, in der “(er sich) samt Pferd am eigenen Schopf aus dem Sumpf (zieht)”.

Die Spaltung in ‘Hilflosen” und “Helfer” setzt folglich voraus, dass der Helfer auch helfen kann, also bestimmte Fähigkeiten (‘Ressourcen’) hat, die dem “Hilflosen” ja gerade (scheinbar oder tatsächlich) fehlen – sonst würde er ja nicht auf die Idee kommen, sich mit Selbsthilfe zu beschäftigen.
Besonders beim Lesen von Anweisungen in Selbsthilfebüchern muss der Leser in eine Doppelrolle gleichzeitig schlüpfen: Das Gelesenen ist die Position/Rolle des Helfers, der “Zuhörer”/Leser ist der “Hilflose”.
Hilfreicher – weil die Trennung zwischen “Helfer- und Hilflosen-Rolle” klar ist, sind z.B. Audio-Dateien (CDs).

Es gibt noch weitere Punkte, die für Selbsthilfe-Versuche (alleine) eher ‘ungünstig’ sind. Einer der wichtigsten ist, dass die Bücher sich nicht an der individuellen Situation bzw. dem “Zustand” des Lesers orientieren (können)! Aber genau diese ‘Analyse des Ist-Zustandes’ entscheidet auch über die ‘richtigen’ Schritte und kann folgende Punkte umfassen:

  • Was genau ist das “Eigentliche Problem”: In welchem ‘Bereich’ bzw. auf “welcher Ebene” liegt es?
  • Wo liegt der effektivste und kleinste!!! Schritt der Veränderung?
  • Wie viel Energie und Zeit, kann der Leser (die Selbstentwicklerin) überhaupt für die Veränderungsschritte aufbringen?
  • Wie sieht es mit Geduld, Ausdauer und ‘Frustrationstoleranz’ aus?
    = Wieviele Tage können Sie eine ’neue Methode‘ alleine ‚durchhalten‘, bevor Sie sie bei Seite legen und (sich wieder) nach einer neuen ‚Technik‘ umsehen?
  • Welche Strategien haben Sie, um mit unangenehmen Gefühlen oder Zuständen umzugehen? Die bisherigen haben anscheinend nicht  langfristig geholfen, oder? (->  „Kreative Hilflosigkeit“ aus der Akzeptanz Commitment Therapie (ACT) )

Und dann gibt es da noch

das “Zwiebel-Schicht-Phänomen”

Während der persönlichen Entwicklung, den Selbsthilfe-Übungen, kommt man i.d.R. nach anfänglichen Erfolgen (1. Schicht) mit ‘unangenehmen’ Gefühlen in Kontakt (2.Schicht), wie Unruhe, Traurigkeit, Hilflosigkeit, Ärger oder gar Hoffnungslosigkeit .

Und die normale Schutztendenz besteht oft darin, diese Gefühle zu vermeiden. Dass heißt man wählt Strategien, die man immer schon gewählt hat und sich dafür am Besten bewährt haben: Ablenkung/Vermeidung, Aufgeben oder auch Verschieben (der Übung), müde werden etc.
Falls man es dennoch schafft weiter zu machen, gibt es erneut Fortschrittserlebnisse (3. Schicht), bis man wieder auf ‘Unangenehmes’ stößt (4. Schicht) und so weiter.

 

Um diese ‘Tücken’ im Selbsthilfe-Prozesse zu reduzieren ist es oft sehr unterstützend, einen Austausch mit anderen über die persönlichen Erfahrungen zu haben und zwar sowohl über die Blockaden und Hindernisse als auch die Schritte, die möglich waren. Das Companion-Forum bietet hierfür den Rahmen und die Möglichkeit, “Selbsthilfe” effektiver und ‘erfolgreicher’ zu gestalten….

Gerne würde ich von Ihren Erfahrungen mit “Selbsthilfe” lernen und freue mich über Kommentare oder – was ich für noch hilfreicher halte: Ein kurzes Interview am Telefon. Ich freue mich, wenn Sie Lust und/oder Mut haben, Kontakt aufzunehmen….

1 = Soma-Linguistik: Worte, die körperliche ‘Phänomene’ beschreiben (Z.B. “Ich trete auf der Stelle” oder “Ich kann dich nicht verstehen” oder “… die eigenen Entwicklung (‘Ent-Wicklung’ im Sinne von “Auswickeln” “Auspacken”) in Gang zu bringen und am Laufen zu halten “)

Spenden /Beitrag zum Lebensunterhalt und für die Arbeit des FIP - Freie Institut Psychologie

Bei Kopfschmerzen sofort operieren! – Absurd, aber bei Psycho-Selbsthilfe-Angeboten normal?

Bei Kopfschmerzen sofort operieren!? – Absurd, aber bei Psycho-Selbsthilfe-Angeboten normal?

(K)Ein Traum

Als ich zu meinem Hausarzt ging und er mich begrüßte, sagte ich ihm, dass ich Kopfschmerzen hätte. Ohne zu zögern rief er seine Assistentin und ordnete ein sofortige OP an.

Als ich erschrocken fragte: “Aber wieso denn eine Operation?!”, war seine Antwort: “Sicher ist sicher; bevor wir jetzt hier lange hinterfragen oder untersuchen, was es alles sein könnte, schneiden wir alles raus, was damit zu tun haben könnte!”

Dann wachte ich schweißgebadet auf.

 

Was sich hier makaber liest und absurd scheint, ist leider – im übertragenen Sinn – im Bereich der Selbst-Hilfe a.m.S. erschreckende Realität, wenn auch nicht unbedingt in solchen extremen Ausmaßen.

Bei Selbsthilfe-Büchern, aber auch email-Kursen, werden Ratschläge gegeben, Methoden vorgestellt usw. OHNE dass irgendjemand erst mal herausfindet, was oder wo das Problem eigentlich liegt; und ob das, was da angeboten wird, überhaupt zu dem Menschen und seine persönliche Situation passt.

Im günstigsten Fall kauft man sich eben ein neues Buch, mit einer neuen Methode oder bestellt die nächste CD. Im ungünstigen Fall – z.B. bei der sogenannten “Arbeit mit dem Inneren Kind”-  kann sich der Zustand, das Problem allerdings auch verschlimmern.

Um diesen Missstand zu verhindern oder zumindest zu reduzieren, ist es hilfreich, erst mal eine Analyse/Diagnose des “Ist-Zustandes” zu machen, bevor überhaupt maßgeschneiderte Lösungsschritte möglich sind.

Mit der “Drei-Minuten-Anaylse” ist ein erster Schritt in die richtige Richtung getan….

Spenden /Beitrag zum Lebensunterhalt und für die Arbeit des FIP - Freie Institut Psychologie

Meine ideale Therapie, meine ideale Therapeutin, meine beste Tagesklinik für Psychosomatik

Meine ideale Therapie, meine ideale Therapeutin, meine beste Tagesklinik für Psychosomatik

Im Rahmen der i-Forschung und Erfahrungen in einer Tagesklinik für Psychosomatik kam die Frage auf:

“Was brauchen die Menschen (“Klienten”, “Patienten”) eigentlich genau, damit sie während einer Therapie UND hinterher sagen können:

“Ja ! Das war sehr hilfreich für mich !!!”

Die Beantwortung dieser Fragen hat mehrere ‘gute’ Gründe und Effekte:

  1. Sie nehmen aktiv Einfluss auf die Therapie
  2. Sie gestalten Angebote maßgeschneidert

Dadurch verlassene Sie bereits den ‘typischen’ Patienten-Modus und wechseln über in den “KreAKTeur-Modus” (= der Zustand, aus dem heraus Sie IHR Leben gestalten, so wie es für Sie gut ist).

Gerade in einer Therapeuten-Klienten-Situation ‘re-inszeniert’ sich (= wiederholt sich) fast automatisch eine Situation, die eine Zweierbeziehung (Dyade) ‚reaktivieren‘ kann, die aus hilflosen, ausgelieferten Kind  einerseits und mächtigen, bestimmenden Elternteil andererseits besteht.

Und aus meiner Sicht wird dieses “Szenario” in Tageskliniken  – aber insbesondere in vollstationären Kliniken noch intensiver – ausgelöst als in einer ambulanten Therapie.

Und es kommt m.E. eher selten vor, dass Sie während oder auch nach einer Therapie gefragt werden, was IHNEN den eigentlich gut getan hat oder was Sie anders gebraucht hätten.

Spenden /Beitrag zum Lebensunterhalt und für die Arbeit des FIP - Freie Institut Psychologie

 

Minuto-Cash und Gradido – zwei Alternativen für das „Meta-System: Kapital“?!

Minuto-Cash und Gradido – zwei Alternativen für das „Meta-System: Kapital“?!

Hier soll es um die Fragen – und IHRE Antworten – gehen:

  • Können Minuto-Cash (Minutos) und Gradido – zwei Alternativen für das Meta-System „Kapital“ sein (Kapitalismus)?
  • Welche Vor- und Nachteile sind in beiden Systemen sichtbar?
  • Wie könnte eine Synthese aus beiden Systemen aussehen?

Informationen zu beiden Systemen finden Sie unter:

Minuto – Cash

Gradido | Gradido.net

(Falls Sie dort nicht gleich fündig werden… auch das gehört ggf. zu den „Nachteilen“)

Wenn Sie selbst schon Erfahrungen mit einem, beiden oder anderen Systemen gemacht haben, schreiben Sie bitte einen ERFAHRUNGSBASIERTEN Kommentar.

 

Weitere Seiten zum Minuto & Kapital:

 

Spenden /Beitrag zum Lebensunterhalt und für die Arbeit des FIP - Freie Institut Psychologie

Das Beziehungsgebet (De-Symbiose / Selbst-Ermächtigung / gesunde Trennung (Balance-Kommunikation))

Das Beziehungsgebet * (De-Symbiose / Selbst-Ermächtigung / gesunde Trennung (Balance-Kommunikation))**

Ich bin Ich und Du bist Du.

 

Ich habe einen eigenen Körper und Du hast einen eigenen Körper.

Ich bin für meinen Körper verantwortlich. Ich habe die Macht, ihn zu bewegen.

Du bist für deinen Körper verantwortlich. Du hast die Macht, ihn zu bewegen.

 

Ich habe eigene Gedanken und Du hast eigene Gedanken.

Ich bin für meine Gedanken verantwortlich. Ich habe die Macht, meine Gedanken zu ändern oder so zu lassen.

Du bist für deinen Gedanken verantwortlich. Du hast die Macht, deine Gedanken zu ändern oder so zu lassen.

 

Ich habe eigene Gefühle und Du hast eigene Gefühle.

Ich bin für meine Gefühle verantwortlich.

Du bist für deinen Gefühle verantwortlich.

 

Ich habe eigene Wünsche und Bedürfnisse und Du hast eigene Wünsche und Bedürfnisse.

Ich bin für meine Wünsche und Bedürfnisse verantwortlich. Ich habe die Macht, meine Wünsche und Bedürfnisse selbst zu erfüllen oder anderen um Unterstützung zu bitten.

Du bist für deine Wünsche und Bedürfnisse verantwortlich. Du hast die Macht, deine Wünsche und Bedürfnisse selbst zu erfüllen oder anderen um Unterstützung zu bitten.

 

Ich bin Ich und Du bist Du.

 

Gemeinsam erschaffen wir das WIR – Ich auf meiner Seite – Du auf deiner Seite.

 

 

* = inspiriert durch das ‘Gestaltgebet’ von Fritz Perls, den „Beziehungsschal“ (von Jacques Salomé bzw. Monika Wilke) und Erfahrungen aus der Paarberatung

** = Das Beziehungsgebet ist übrigens nicht nur für Paare, sondern auch für ERWACHSENE und deren Eltern „Wenn Kinder die Täume ihrer Eltern….“ !!!

Unter „Downloads“ kann eine pdf-Version heruntergeladen werden.

 


Natürlich kann jeder für sich entscheiden, dem Inhalt des ‘Beziehungsgebet’ zuzustimmen. Was würde es aber bedeuten – für die eigene Person und für eine Beziehung – wenn den Sätzen NICHT zugestimmt wird?!
Stichwort: Marionetten-Modus …

Weitere Texte:

zu “Balance-Kommuniakation” bzw. “Symbiose

Spenden /Beitrag zum Lebensunterhalt und für die Arbeit des FIP - Freie Institut Psychologie

 

Da diese SEITEN UND – vor allem – die ANGEBOTE im FIP-Berlin NUR durch den lebendigen AUSTAUSCH zwischen den Besuchern, Kunden, Klienten etc. leben können, lade ich Sie ein, einen möglichst „erfahrungsbasierten“ Kommentar zu hinterlassen oder sich über den Kontakt zu melden….

Burnout – Dysbalance zwischen Geben und Nehmen

Burnout – Dysbalance zwischen Geben und Nehmen

Burnout (“Ausgebrannt-sein”) muss – um bei dem Bild des Feuers zu bleiben – etwas zu tun haben mit “Energie in eine ‘Sache’ stecken, bei der ‘weniger herauskommt als man reinsteckt”.

Daraus ergeben sich die Fragen:

  • In welche ‘Sache’ (Personen, Projekte) man seine Energie steckt (Input)?
  • Was dabei herauskommen soll (Output)? und
  • Wie groß ist eigentlich der eigenen Einfluss auf die ‘Sache’/die Personen ist oder überhaupt sein kann,  die den ‘Output’ beeinflussen?

Wenn z.B. eine Lehrerin ihren Schülern etwas beibringen möchte, ihren Unterricht vorbereitet und vermitteln will, ist dies der Input.

Sie möchte in einer positiven Absicht, dass ihre Schüler den ‘Stoff’ lernen. Diese Absicht ist ‘schön’, die Kehrseite daran ist, dass das Lernen leider nicht in ihrem Einflussbereich liegt, sondern bei jedem Schüler liegt. Wenn die Schüler – aus welchen Gründen auch immer – nicht lernen können oder wollen, hat die Lehrerin mit ihrer Absicht ‘schlechte Karten’ bzw. sie hat Karten, spielt das Spiel aber nicht alleine.

Ein erste (er-)lösungsorientierte Schritt kann hier sein, dass sie mit ihrer Absicht NUR BEI SICH bleibt, sie also danach schaut, was sie sich ‘auf ihrer Seite’ damit erfüllt, das maximal auch in ihrem eignen Einflussbereich liegt.
Was könnte das sein (Motive, Bedürfnisse)? (Falls sie  darauf keine Antwort findet, ist das schon mal Grund genug, das Bemühen, die Absicht zu überdenken!!!)

Falls sich hinter – oder unter – dem Lehren der Wunsch verbirgt, Anerkennung durch die Schüler zu bekommen oder ein Wunsch nach ‘Einfluss zu haben’, mag sich dieser im günstigsten Fall erfüllen – wenn die Schüler ‘mitspielen’. ‘Spielen’ sie nicht mit und versucht nun die Lehrerin auf ihrer Seite z.B. durch noch mehr Methoden, Vorbereitungen, Materialien usw. ihr ‘Input’ zu erhöhen, die Schüler aber trotz allem nicht anders re-agieren, ist das Auslaugen, das Ausbrennen nur noch eine Frage der Zeit.

Um auf Balance und Dysbalance zurückzukommen ist es hier ratsam, die eigene Geben-Seite (Input) in der bisherigen Form drastisch zu reduzieren und/oder sich andere ‘Output-Felder’, sprich, andere Personen (oder Tiere!) bzw. Tätigkeiten zu suchen, in denen der Aufwand im Verhältnis zum ‘emotionalen Gewinn’ ausgewogenen ist.

Spenden /Beitrag zum Lebensunterhalt und für die Arbeit des FIP - Freie Institut Psychologie

 

 

Die Gewaltsteuer (ab Sommer 2013) ?

Die Gewaltsteuer (ab Sommer 2013)?

(Ein erster Rohentwurf  einer Utopie? ….)

“Gewaltsteuer” heißt, dass auf ‘Materialien’ und Medien, die körperliche und/oder psychische Gewalt herstellen, nutzen oder darstellen, Steuern (im Sinne einer Abgabe an den Staat) erhoben werden, die dann auch als Umsteuerungsinstrument für ‘gewaltfreie’ Projekte genutzt werden.

Gewalt (Definition)

Der Begriff “Gewalt” umfasst alle Handlungen und Äußerungen, die – im weitesten Sinne – darauf abzielen

Grenzen anderer OHNE Einwilligung zu überschreiten, sowohl körperlich oder psychisch, wobei die “Grenzüberschreitung” darin bestehen kann, dass sie

  • erniedrigt, abwertet
  • beschädigt, zerstört

Die “Gewaltsteuer” wird zunächst auf Materialien und Medien erhoben, die Gewalt als ‘(vermeintliches) Konfliktlösungsmittel’ darstellen, nutzen, produzieren und/oder verkaufen.

Materialien (Instrumente)

sind im Grunde alle Formen von Waffen (auch die “zur Verteidigung dienen” sollen)

Medien (Darstellung) sind hierbei:

  • Filme
  • Bücher
  • Audio-Materialien (z.B. Cds, Schallplatten, Hörspiele, Audiodateien via Internet)
  • Spiele (i.d.R. PC- bzw. Konsolen-Spiele)

Höhe, Verwendungszweck und Nutzen

Höhe

Die Gewaltsteuer beträgt (mindestens) 50% des Umsatzes, z.B. wenn eine Waffe für 500 000 € verkauft wird, beträgt die Gewaltsteuer 250 000 €.

Die Gewaltsteuer ist steuerlich NICHT absetzbar!!!

Verwendungszweck

Die Gewaltsteuer wird zu mindestens 50% genutzt, um Projekte zu finanzieren, die sowohl Mensch und Natur in Ihrer Entwicklung fördern:

  • sozial (Erziehung, Bildung,Pflege)
  • nachhaltig, aufbauend (Natur)
  • potenzial-fördernd (Kunst, Kreativität, gegenseitige Unterstützung) sind

Nutzen / Wirkung

Im Gegensatz zur “Reichensteuer”, bei der lediglich Kapital (Vermögen ab einer bestimmten Höhe) besteuert wird, hat die Gewaltsteuer ein ‘system-regulierendes’ und ‘gemeinwohl-förderndes’ Moment.

Durch die Erhebung / Belegung der Gewaltsteuer auf die genannten Materialien u. Medien wird

  • ein Bewusstsein geschaffen, wo und womit Gewalt angewendet, verkörpert oder gar idealisiert wird
  • zu einem Umdenken ‘eingeladen’*
  • durch die Umlenkung ( Verwendung der Steuereinnahmen) auf die genannten Projekte, wird ‘sanft’* eine gesunde, menschen- und naturwertschätzende Kultur aufgebaut.

* = Die Gewaltsteuer selbst ist ‘gewaltfrei, da sie nicht mit Verboten oder Bestrafung ‘arbeitet’. Das, was laut Rechtsprechung sowieso jetzt schon bzw. noch erlaubt ist (Materialien u. Medien) ‘darf auch so bleiben wie es ist.

Vergleichbar ist die Gewaltsteuer mit der Tabaksteuer.
Auch wenn Rauchen offiziell als gesundheitsschädlich eingestuft ist, gibt es kein Verbot der Herstellung, des Verkaufs und Gebrauchs – wie offiziell bei ‚harten‘ Drogen, z.B. Heroin.

 

Gewaltsteuer – eine Utopie?

Eine Utopie? Eigentlich nicht. Die Kriterien sind meist eindeutig, sowohl bezogen auf Materialien und Medien. Für die Medien gibt es ja bereits die Überprüfung nach dem Jugendschutzgesetz (?) – bekannt durch die Freigabe von Filmen (z.B. “Dieser Film ist für Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet”).
Die Benennung der gewaltvollen Medien kann also auch von der selben Institution übernommen werden. Zusätzlich könnten Bürgerinnen und Bürger entsprechende Medien dort melden.

Um den ‘gewaltsteuern-indizierten’ Anbietern, Herstellern etc. Gelegenheit einer Umstellung zu geben – schließlich werden ja 50% der Umsätze abgezogen – könnte die Gewaltsteuer als Stufenmodell eingeführt werden. Als Vorschlag sind 10% m.E. realistisch, damit die Gewaltsteuer schon im Sommer 2013 angewendet werden kann…

Soweit erstmal

Vielen Dank

Ulrich Just

PS Die Gewaltsteuer hat ’natürlich‘ auch mit der Balance-Systemsichen Entwicklung zu tun…

Da diese SEITEN UND – vor allem – die ANGEBOTE im FIP-Berlin von NUR durch den lebendigen AUSTAUSCH zwischen den Besuchern, Kunden, Klienten etc. leben können, lade ich Sie ein, einen Kommentar zu hinterlassen oder sich über den Kontakt zu melden….

Weitere Texte/Quellen:

Spenden /Beitrag zum Lebensunterhalt und für die Arbeit des FIP - Freie Institut Psychologie [tweetbutton]

 

Meditation als ‘Königsdisziplin’ oder ‘Ur-Mutter’ aller Therapien?

Meditation als ‘Königsdisziplin’ oder ‘Ur-Mutter’ aller Therapien?

In Therapien

geht es m.E. immer darum, (meist alte) Wunden zu heilen; um eine Änderung dessen, was wahrgenommen wird.
Entweder wird das, was wahrgenommen wird – meist eine mehr oder weniger bewusste Szene –, geändert und/oder die Reaktion auf das Wahrgenommene . Es geht also um eine Korrektur; darum, dass etwas anders ist.
Beispielsweise soll durch eine Therapie das eigene Verhalten, die eigenen Reaktionsmuster bzw. durch eine Neu-Interpretation wie in d. Psychoanalyse oder eine Neu-Strukturierung (Familien-Aufstellung).

Ziel dabei ist letztendlich, Belastungen, Hindernisse aus dem Weg zu räumen bzw. Schmerzhaftes aufzulösen oder zumindest zu lindern.

 

Meditation

im weitesten Sinne (z.B. “Achtsamkeit” im MBSR – Mindfulness Based Stress Reduction oder auch im Open Focus Aufmerksamkeitstraining) hingegen lässt eigentlich alles so wie es ist – was das Wahrgenommene betrifft.
Was allerdings durch Meditationen (auch) anders ‘gemacht’ werden ‘soll’, ist

a) die Kunst das Objekt (das Unangenehme) in der Aufmerksamkeit halten zu können OHNE zu bewerten und sich abzulenken und dadurch
b) die Reaktionen auf das Wahrgenommen zu ändern wodurch sich schließlich
c) das Wahrgenommene selbst ‘anders’ wird, z.B. das eine belastende Erinnerung als ‘auftauchende und wieder verschwindende Farbpunkte und Formen’ erlebt werden kann.

Viellicht kann man sagen, dass durch Meditation als “Ankommen im gegenwärtigen, sinnlich erlebbaren Moment” die Macht der Phantasien (= Erinnerung der Vergangenheit & Vor-Stellungen über Zukunft) relativiert wird.
(Aus meiner Kenntnis greift z.B. a) das Psychodrama (J.L. Moreno) und – daraus abgeleitet –  b) die Gestalttherapie (F. Perls) ‘die Wirkung und Ent-Machtung der Illusionen auf.
Entweder durch eine ‘Materialisierung des Kopfkinos’ (Psychodrama), indem das, was sich in Gedanken abspielt szenarisch auf eine Bühne gebracht wird, oder – umgekehrt, dass durch die sinnliche Wahrnehmung der gegenwärtigen Situation deutlich gemacht wird, dass z.B. Angstphantasien nichts mit der realen Situation zu tun haben.

Auch die relative junge Acceptance Commitment Therapy (ACT) oder die MBSR  basieren auf ‘alten’ Erfahrungen der Meditation.

Vielleicht liegt in “der reinen Wahrnehmung” (= Bewusstsein), der  eigentliche Schlüssel zur Selbstheilung.
So wie sich Körperzellen durch einen ‘inneren’ Plan im Grunde immer selbst regenerieren und man ihnen nicht sagen muss, was sie dafür tun sollen, reguliert sich ‘die Psyche’ möglicherweise auch selbst, wenn “alles was da ist, da sein darf, so wie es ist”.

Neben Meditation bzw. MBSR gefällt mir deshalb wahrscheinlich Carl Rogers (personenzentrierte Gesprächstherapie) und Eugen Gendlin (Focusing) so gut, weil ich in deren Ansätzen und in ‚ihrer Person‘ und Haltung dieses „So-Sein-Dürfen-wie-man-ist“ wieder finde.

Und ist das nicht wiederum und eigentlich genau das, was jeder Mensch will?:

So sein zu dürfen, da sein dürfen, wie sie/er wirklich ist…

 “Meditation is the only intentional, systematic human activity which at bottom is about not trying to improve yourself or get anywhere else, but simply to realize where you already are.”

Jon Kabat-Zinn, Wherever You Go, There You Are

 

Verwandte Texte:

Spenden /Beitrag zum Lebensunterhalt und für die Arbeit des FIP - Freie Institut Psychologie

 

Da diese SEITEN UND – vor allem – die ANGEBOTE im FIP-Berlin von NUR durch den lebendigen AUSTAUSCH zwischen den Besuchern, Kunden, Klienten etc. leben können, lade ich Sie ein, einen Kommentar zu hinterlassen oder sich über den Kontakt zu melden….

Vielen Dank

Ulrich Just

Ist die “Anti-Frage” ein Schlüssel, um Grübeln und ‘chronische’ Probleme zu entmachten?

Ist die “Anti-Frage” ein Schlüssel, um Grübeln und ‘chronische’ Probleme zu entmachten?

Gerade am Grübeln oder an chronischen Problemen oder einer Problemtrance ist typisch, dass es ‘Geschichten’ oder Szenarien sind, die sich ständig wiederholen.

Man könnte ‘hinter’ den Grund kommen durch Analyse oder Frage aus dem lösungsorientierten Ansatz: “Was möchten Sie stattdessen?”

Die “Anti-Frage” zielt ebenso wie die lösungsorientierte Frage darauf ab, das Problem-Szenario, die Problem-Geschichte zu verlassen und eine Alternative zu entwickeln.

Die Anti-Frage erforderte aber im Gegensatz KEINE Konstruktion, keine Erfindung von etwas Neuem, sondern ist eine entdeckende, ergebnis-offene Frage und lautet ganz einfach:

“Woran denken Sie NICHT, wenn Sie daran (an das Problem) denken?” bzw.

“Was erzählen Sie NICHT, wenn Sie  das (jemand anderen oder sich selbst) erzählen?!

Probieren Sie die Anti-Frage einfach mal auf, wenn Sie (wieder mal) zum 100-ten Mal, das selbe Problem oder eine Szene im Kopf haben und lassen Sie sich von den Bildern, Gedanken und Empfindungen überraschen….

Hintergrund:

Die Anti-Frage hat einen Bezug zur Systemischen Therapie (Kontrast-Szenarien) oder auch der Akzeptanz Commitment Therapie/Training (ACT). In beiden Ansätzen geht es darum, dass es neben dem Problem-Fokus oder dem „schwierigen Lebensbereich“ auch andere Bereiche gibt, in den „etwas gut oder zumindest nicht so problematisch“ ist.

Es ist allerdings auch möglich, dass ein Problem in den Fokus rutscht – und an diesem festgehalten wird -, das als „das kleinere Übel scheint“. „Hinter“ diesem Problem ‚lauert‘ – auch scheinbar ein noch viel größeres, das noch mehr Angst macht oder „wie ein nicht besteigbarer Berg“ aussieht …..

Verwandte Texte:

Spenden /Beitrag zum Lebensunterhalt und für die Arbeit des FIP - Freie Institut Psychologie