Akzeptanz Commitment Therapie (ACT) – Top oder Flopp oder Beides?

Akzeptanz Commitment Therapie (ACT) – Top oder Flopp oder Beides?

Vorweg:

Das Sie hier auf dieser Seite ‚gelandet‘ sind und nicht auf den ‚einschägigen‘ ACT-Seiten. ist schon mal interessante (->“Weiteres„)

Dies ist eine erster Entwurf und die folgenden Aussagen sind meine persönlichen Formulieren nach meinem aktuellem Verständnis und entsprechen nicht (unbedingt) den Definitionen, die Sie in entsprechender Literatur oder auf Internetseiten finden können.
Der Text dient hauptsächlich als “Einladung” im Sinne der i-Forschung und dem gegenseitigen Lernen über “Nützliches und Verbesserungswürdiges” – in diesem Fall  über die ACT.
Top oder Flopp..” soll einladen, sich mit ACT auseinander zu setzen und zu entdecken, was daran hilfreich ist für die “Selbst-Entwicklung” und ‘was noch anders sein darf”…
Da ACT noch relativ neu ist und zu der sog. „Dritten Welle“ der Verhaltenstherapie gezählt wird, soll auch die Frage geklärt werden, ob die Welle noch anwächst oder schon wieder am abebben ist – leider gibt es aus m.S. für letzteres Hinweise, was bedauerlich wäre…

Einige Fragen:

  • Was ist „das Wunder von ACT?“, d.h.
    Was macht ACT so besonders, sowohl innerhalb der Verhaltenstherapie als auch im Vergleich zu anderen Methoden, z.B. dem lösungsorientierten Ansatz in der Systemischen Therapie?
  • Wann ist ACT, die Methode der Wahl? Z.B. ERST bei Symptomen, die sich nicht (noch anders) ‚auflösen‘ lassen?

Hinter dem m.E. etwas ‘unglücklichen’ Ausdruck verbirgt sich eine noch relativ junge Therapie-Form, die der Verhaltenstherapie zugeordnet wird.

Gleich das erste “Stolper-Wort”***: Akzeptanz

Eine Besonderheit in der ACT ist ein ungewöhnlicher Umgang mit Symptomen und Problemen:  Akzeptanz statt Kampf

Bei den meisten Ansätzen, die sich um das Symptom zentrieren und versuchen, ein Symptom “weg zu machen”, es zu bekämpfen, es (direkt) “zu heilen”(“Ich will keine Angst mehr haben”, “Ich esse zu viel”), rückt paradoxer Weise das Symptom in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und des Lebens.

“Akzeptanz bedeutet nicht “hinnehmen” oder “resignieren/aufgeben”, sondern von Annehmen, “da sein lassen” – bildlich gesprochen: “Das Symptom in den Armen halten können”.
Anders ausgedrückt: Statt ein Problem zu bekämpfen und es loswerden zu wollen, zielt ACT darauf ab, sich vom Problem-Fokus zu befreien und (wieder) größer, weiter und mehr zu sein als das Symptom.
Ein anderes Gleichnis aus dem Theater bzw. Psychodrama:
Das Symptom wird von einem Hauptdarsteller zur Requisite, die zwar immer noch auf der Bühne des Lebens eine bestimmte Rolle spielen kann – und wahrscheinlich auch von Zeit zu Zeit immer spielen wird – , aber buchstäblich gesprochen hat das Symptom, die Requisite, bei weitem nicht mehr das Gewicht, die Größe und die ‘Macht’, die es ‘einst’ als Hauptdarsteller hatte.

Ein besonderes “Instrument” für diese ‘Entmachtung’ ist Achtsamkeit:
Achtsamkeit als ‘die Kunst, einen Wahrnehmungsraum zu schaffen, in dem alles sein kann, was da ist, OHNE es zu verurteilen, zu bewerten – sondern eher mit einem “freundlich registrierenden Blick” zu betrachten (“Die Innere Beobachterin”).
Falls Sie vielleicht gerade beim Lesen “freundlich registrierenden Blick” die Stirn gerunzelt haben oder einen Gedanken hatte etwa “Wie, was!!! Ich soll meine Angst, meine Depression mit einem wohlwollenden Blick betrachten – und dadurch soll ich geheilt werden?!”, wäre das eine ganz normale Reaktion.
Nur mal eine Frage an dieser Stelle: Hatten Sie wahrgenommen, wo genau der erste Wort-Gedanke “Wie, Was…!!!” aufgetaucht war (eher links im Kopf; mehr im vorderen oder hinteren Bereich) oder welche Bilder bei Ihnen auftauchten?

“Stolperwort: Commitment”:

Commitment kann man – statt mit “Zugeständnis” oder “Verpflichtung” mit “Ja! Ich will…” übersetzen, also “Ja, ich will XY erreichen, tun, weil es MIR WICHTIG ist!”.
Mir gefällt eher „Entschluss-Kraft“ „Entschlossenheit“ oder „Entschiedenheit“ Also Entschlossenheit, Ihr Leben nach Ihren eigenen Werten auszurichten, die IHNEN am Herzen liegen.
Diese Entschlossenheit kann man als Zweite Kraft bezeichnen, das Symptom zu entmachten, ist die Erste Kraft. Durch die Ausrichtung auf Ihre Werte, werden diese zu einer Art Kompass, die Sie durch ein Leben führt, das sinnerfüllt und buchstäblich ‘WERTvoll” ist.

*** = „Stolperwort“ meint, dass die Formulierung, die Vokabel gerade für die Hauptzielgruppe: Klienten, Patienten, „Tranees“ – aber auch für Therapeuten – erklärungsbedürftig sind. Dazu gehören m.E. unter anderem:

  • „Die Matrix“
  • „Das Hexaflex“
  • „Selbst als Kontext“
  • „Defusion“

Soweit erst mal.

Vielleicht kurz zum Ende – und als Anfang:

Die Essenz von ACT in einem Satz

ACT = Akzeptanz Commitment Therapie / Training
Ein anderer Weg, mit Symptomen und Problemen umzugehen, der Achtsamkeit als Begleiter hat und auf dem Werte als Kompass durch das Auf und Ab des Lebens dienen.”

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