Gefühle sind spezielle Körpersignale, aber…

Gefühle sind (auch “nur”) spezielle Körpersignale, aber…

Wenn man so im Internet ‘blättert’ oder sich im Alltag umhört, stößt man des Öfteren auf das Wort “Gefühle”.
Interessant dabei:
Ein erheblicher Anteil der sogenannten Gefühle haben nichts mit Fühlen zu tun. Es sind „Pseudo-Gefühle“ wie es in der Gewaltfreien Kommunikation so schön heißt, und/oder umgangssprachliche Formulierungen,, die ‚einfach übernommen wurden (z.B. „Ich habe das Gefühl, du bist nicht ehrlich zu mir“ heißt ‚eigentlich‘: „Ich habe den Eindruck/die Vermutung, dass…“‚) !!!

‘Fühlen’ hat etwas mit ‘sensorischen Spüren” zu tun, wie z.B. der Tastsinn – mit dem Unterschied, das Gefühle INNERHALB bestimmter Körperregionen wahrgenommen werden (z.B. Bauch-/Magenbereich, Brustkorb / Herzgegend, Hals).
Hinzu kommen i.d.R.  Spannungen im ‘Bewegungsapparat‘ – den Muskeln, die Körperhaltung insgesamt aber auch bestimmte Bereiche, die deutlicher zu spüren sind, bzw. intensiver reagieren. Z.B. Bauchmuskeln (flache Atmung), Spannung in Händen, Schultern, Nacken, Kiefermuskeln – und was aus meiner Sicht wenig beachtet wird – die Gesichtsmuskulatur als Ganzes (Mimik), obwohl die ‚Hauptgefühle‘ wie z.B. Angst, Ärger, Trauer im Gesicht sichtbar sind und bei allen Menschen weltweit (universal) sich auf die selbe Weise ausdrücken!!!

Angst im Gesichtsausdruck (Mimik)
Angst im Gesichtsausdruck (Mimik) (s. Quelle 1)

Ein “Klassiker der ‘Nicht-Gefühle” sind “Schuldgefühle”.

Was nehmen Sie denn wo und wie genau wahr, wenn Sie ‘Schuldgefühle’ haben – oder anders herum gefragt: “Was bliebe von den ‘Schuldgefühlen’ übrig, wenn Sie die ‘Begleit-Gedanken’ wie z.B. “Das habe ich schlecht gemacht” für eine Minute beiseite stellen könnten?

***

„Es ist wirklich schwer sich nicht zermürben zu lassen und letztlich sind es die eigenen Gedanken, die dieses verursachen“

via Schuldgefühle überwinden • Zeit zu leben.

***

Warum könnte es wohl hilfreich sein, eine Unterscheidung von körperlich spürbaren Gefühlen und den Begleit-Gedanken zu machen???

Für die persönliche und systemische Entwicklung ist es sehr hilfreich, zwischen ‚echten Gefühlen‘ und den ‚Pseudo-Gefühlen‘ /Begleit-Gedanken zu unterscheiden, da man mit Gedanken ( z.B. ‘Schuldgedanken’) anders umgehen kann/muss als mit Gefühlen.

So sind „Schuldgedanken“ i.d.R. ‘Texte aus dem Drehbuch eines Inneren Anklägers“ und entsprechend gibt es dafür einige hilfreiche Ansätze.

Gefühle können sowohl als „Signal“ für bestimmte Bedürfnisse genutzt werden (wie in der Gewaltfreien Kommunikation) , als auch – wie im Focusing– als eine Art ‚Resonanz-Organ‘ bei der Überprüfung von stimmigen Antworten (-> Felt Sense).

===========

Inspiriert wurde dieser Text u.a. durch einen Artikel “[wpseo]Schuldgefühle überwinden[/wpseo]” von Ralf Senftleben auf “Zeit zu Leben” und den Aussagen von Marshall Rosenberg in “Einführung in die Gewaltfreie Kommunikation”, denen ich beiden an dieser Stelle für ihre Arbeit danken möchte.

[Quelle 1: Vorlage für die Aquarell-Abbildung war: „Psychologie“ von Zimbardo & Gering. 7. Auflage (1996), S. 362, inzwischen i.d. 18. Auflage (2008)]