Symptome, Vordergrund-Probleme als Staudamm-Mauer
Egal wie unangenehm, schmerzhaft und/oder störend ein Problem (Symptom) erscheinen mag, oft kann sich das Symptom als “Staudamm-Mauer” entpuppen, die davor schützt, das “Problem dahinter” wahrzunehmen. “Das Dahinter” kann ein Gefühl sein, das ‘heftiger’, belastender ist, als das aktuelle Symptom. Man könnte sagen, dass das wahrgenommene Symptom ein “Vordergrund-Problem” ist.
Will man nun ‘einfach’ das Symptom lösen – die Staudamm-Mauer entfernen – OHNE, dass man auf die “emotionalen Fluten” vorbereitet ist, mit ihnen angemessen umgehen kann, wird sich im Besten Fall das Symptom genauso oder in einer anderen Form wieder einstellen, im Schlimmsten Fall wird man von den freigesetzten Gefühlen, Problemen etc. überflutet.
Es scheint also sinnvoll und hilfreich
a) die Staudamm-Mauer behutsam abzubauen – statt sie einzureißen und
b) einen Umgang zu lernen, mit den verstärkten Emotionen (“Wassermaßen”) umgehen zu können – auch und gerade, weil diese erst mal unangenehm sein können (Angst, Trauer, Unruhe, Einsamkeit aber auch ‘schmerzliche Erkenntnisse etc.).
Falls Sie bisher (alleine = Selbsthilfe und(oder in Begleitung= Therapie) vielleicht schon mehrere Versuche hinter sich haben, das Problem/Symptom sich aber nicht wesentlich verändert hat, liegt es vielleicht daran, dass das Symptom eine Schutzfunktion hat und im Vordergrund bleibt, bis die Voraussetzungen geschaffen sind, mit ‘dem Dahinter’ umgehen zu können.
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Vielen Dank
Ulrich Just